Der spirituelle Heilungsprozess
Wenn wir vergessen, wer wir sind, können wir nicht mehr für Krankheit verantwortlich sein und wir nähren die bestehende Form der Medizin: Eine Medizin, die zwanghaft Symptome bekämpft und dadurch der Krankheit ihre Funktion, die Veränderung des menschlichen Wesens, entnimmt.
Krankheit enthält symbolische Informationen über dasjenige, was wir verändern müssen, um gesund zu werden.
Wenn Krankheit ihre Funktion verliert, wird sie ein Feind, der mit allen möglichen Mitteln bekämpft werden muss und oft wird der Teufel mit Beelzebub bekämpft.
Der allgemeinen Auffassung zufolge wird Krankheit nur als physische Krankheit definiert. Aber eigentlich müssen auch andere Umstände als Krankheit betrachtet werden, zum Beispiel chronischer Geldmangel, eine Räumungsklage, eine Stelle, die einem nicht gefällt oder Arbeitslosigkeit, ein unbefriedigendes Geschlechtsleben, zu viel Kontrolle über uns selbst oder andere, der Mangel an Freiheit, zu viel Macht ausüben oder erfahren, keinen Partner haben, Schwierigkeiten in den Beziehungen zu anderen, Unfähigkeit, sich gut auszudrücken, Mangel an Selbstvertrauen.
Krankheit entwickelt sich nicht unmittelbar im stofflichen Körper, sondern erst in den subtilen Körpern und sie ist das Resultat einiger negativer Faktoren, wie Schock, Ängste, karmische Effekte, die noch nichts mit der physischen Krankheit zu tun haben. Die Krankheit hat vom Zeitpunkt des negativen Erlebnisses mindestens drei Jahre nötig, bevor sie sich im Körper manifestiert. Wir verstehen also, dass eine Behandlung, die auf Kenntnis basiert und uns von den negativen Ereignissen heilt, die in uns (außerhalb von uns) vorhanden sind, um zu verhindern, dass sie physisch werden, völlig anders ist als eine Behandlung, innerhalb der wir das Abbröckeln unseres Daseins erfahren, die unweigerlich zum Ausbruch der Krankheit führt. Zwischen diesen zwei Wegen liegen Welten.
· Der spirituelle Weg wirkt präventiv in dem Sinne, dass wir das negative Ereignis nicht passiv erleiden, sondern es gebrauchen um die Lehre zu ziehen, die unsere Entwicklung unterstützt. Darum ist es nicht nötig, dass sich die Krankheit manifestiert. Wenn das negative Ereignis die Krankheit selbst ist, dann ist es nur allzu deutlich, wie wichtig es ist, ihr symbolisch die Stirn zu bieten und nicht allein auf die Symptome zu reagieren. Es sollte deutlich sein, dass wir für eine Blutung, eine akute Blinddarmentzündung und Zahnschmerzen – bei allen extremen Äußerungen des Symptoms – zum Arzt müssen.
· Der übliche Weg lässt uns die Krankheit als etwas begreifen, was von uns getrennt ist, getrennt von unserer Wirklichkeit, unserer Arbeit, unseren emotionalen Beziehungen und nicht erkannt wird. Darum vertrauen wir die Aufteilung unserer anatomischen Einzelteile Menschen an, die uns nicht kennen, die nicht wissen, wer wir sind und wie wir leben. Hier beginnt der Kampf gegen das Symptom. Die Ursache, die nicht beseitigt und nicht erkannt wird, wird irgendwo anders auftauchen.
Dies alles zeigt, dass nicht die Medizin verändert werden sollte, sondern der Patient. Die Veränderung ist die einzige Tür, die Zutritt zur Heilung gewährt, da die Veränderung von Situationen, die schlecht für uns sind, die einzige Methode ist, um die Energie wieder in uns fließen zu lassen. Aber wie können wir uns verändern, wie können wir der Angst, das Bekannte zu verlieren, ein Ende bereiten, auch wenn es schlecht für uns ist? Eine Apothekerin half einmal das Problem anhand eines Beispieles zu verstehen: Sie hatte eine Schachtel Rattengift gefunden, auf der eine Maus abgebildet war, die sagte: „Ich sterbe daran, aber es gefällt mir!“ Es ist schwer zu begreifen, dass alles, was wir sind, ausschließlich von uns selbst abhängt, wenn das, was wir sind, negativ ist. Wenn wir zu akzeptieren beginnen, dass alles, was wir sind, unter unsere eigene Verantwortung fällt, dann akzeptieren wir auch unsere Fähigkeit, uns zu verändern und gesund zu werden.
Dieser Prozess ist die Basis der spirituellen Heilung. Allein indem wir die Verantwortung für uns selbst auf uns nehmen, können wir uns selbst betrachten und das Symptom symbolisch deuten. Hierfür haben wir neue Zeichen nötig, die uns unsere Ängste vergessen lassen und durch das wir uns einer neuen Dimension öffnen können. Unser Leben wird sich verändern und wir werden merken, dass es uns möglich ist, eine neue Spiritualität zu empfangen, wenn wir uns dem göttlichen Willen anvertrauen, dem einzigen echten Pfad zur Heilung. Heilung geht immer mit einem Bewusstwerdungsprozess einher. Wie können wir diese subtilere Dimension erreichen, die uns dabei hilft, den Überbau abzureißen? Wir wissen, dass im ätherischen Teil, dem tiefsten Teil unseres Bewusstseins, die Heilung unmittelbar stattfindet, während es im stofflichen Körper drei Tage bis zu zwei Wochen dauert, um gesund zu werden. Um in diese Welt einzutreten, in der sich Energien in eine sehr präzise und logische Richtung bewegen, ist es wichtig, zu verweilen und das Zuhören zu lernen. Für uns Menschen ist dies eine ziemlich schwere Aufgabe.
Wir bedienen uns hier zweier „Instrumente“:
· der Symbole
· der Meditation
So kommen wir mit den archetypischen Bildern in Kontakt, die uns wieder lehren, wie wir die subtilen Zeichen deuten können, die aus einer anderen Dimension kommen. Am Anfang dieses Prozesses geschieht anscheinend nichts. Wir müssen eine Tat des Glaubens voraussetzen. Glaube ist schlichtweg ein empfängliches Vertrauen in die Reichtümer des Kosmos. Wenn dieses Vertrauen nicht besteht, akzeptiert die Person die Idee einer solchen Heilung nicht. Der göttliche Wille ist im Grunde immer bereit, zu heilen, aber er kann den freien Willen, den er dem Menschen verliehen hat, nicht zwingen oder ihm widersprechen. Damit das Wunder der Heilung sich vollziehen kann, kommen diese zwei Willenskräfte zueinander: Der göttliche und der menschliche Wille. Der Wille des Heilers oder des Arztes, unsere Gebete, sie müssen alle zur spirituellen Heilung beitragen, die sich an jener Seite der Materie vollzieht. Nur so kann sich die unsichtbare göttliche Kraft tastbar in der materiellen Welt manifestieren.
Unser chaotisches Leben, das uns die Möglichkeit genommen hat, die symbolischen Bilder, die wir alle empfangen, zu erkennen und zu deuten, wird seine negative Rolle verlieren, wenn wir den spirituellen Pfad betreten haben. Wenn wir uns umdrehen, um uns umzusehen, entdecken wir, dass wir uns selbst in dem elenden Wesen, das wir waren, nicht mehr erkennen: Es ist die Geburt eines neuen Menschen.
* Literatur bei: Pia Vercellesi, Giampaolo Gasparri, T. Dethlefsen, R. Dahlke, C.G. Jung, I. Majore, Osho.